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Auftragsrückgang erfolgreich begegnen

6. August 2025

Die deutsche Industrie verzeichnete im Mai 2025 einen spürbaren Auftragsrückgang. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gingen die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat insgesamt um 1,4 Prozent zurück. Besonders deutlich fiel der Einbruch im Inland aus: Hier sank das Volumen um 7,8 Prozent, während die Nachfrage aus dem Ausland um 2,9 Prozent zulegen konnte. Auch wenn einzelne Branchen gegen den Trend stabil blieben, verdichten sich die Anzeichen für eine sich abkühlende Inlandsnachfrage.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist das mehr als eine statistische Momentaufnahme. Der Auftragsrückgang kommt vielfach nicht überraschend – er verstärkt jedoch strukturelle Schwächen, die lange übersehen wurden: fehlendes Controlling, hohe Kundenabhängigkeit, geringe Flexibilität bei Kosten oder Kapazitäten. Wer jetzt nicht aktiv gegensteuert, riskiert, dass temporäre Schwankungen in eine ernste Ertragsschwäche übergehen.

 

Ist das Thema für Sie relevant?

Ja, wenn Sie:

  • Umsatzschwankungen erleben und die Ursachen schwer greifbar sind.
  • in der Führung eines KMU tätig sind und Verantwortung für Liquidität und Beschäftigung tragen.
  • nach Wegen suchen, wie Sie Auftragsrückgang strukturell und nicht nur reaktiv bewältigen.
  • Maßnahmen für ein nachhaltiges Krisenmanagement etablieren wollen.

 

Worauf Sie zwingend achten müssen

Ein Auftragsrückgang entsteht selten isoliert. In der Praxis sind es meist mehrere Faktoren, die sich gegenseitig verstärken.

  • Häufige Ursachen sind:
    • fehlendes Controlling
    • veralteter Vertrieb
    • hohe Kundenabhängigkeit
    • keine Frühwarnsysteme
  • Warnzeichen wie weniger Anfragen oder Aufträge nicht ignorieren.
  • Systemmängel (Projekt- und Kundenmanagement) verschärfen die Lage.

Nur wer diese Faktoren aktiv überprüft und strukturell gegensteuert, kann aus einem Rückgang eine kontrollierbare Phase machen – und nicht den Beginn einer Krise.

 

Das Wichtigste auf einen Blick

 

Die Frühindikatoren ernst nehmen

Erste Warnzeichen sind meist subtil: ein Rückgang bei Anfragen, Buchungslücken, ausbleibende Stammkundenaufträge. Auch konjunkturelle Signale, wie branchenspezifische Rückgänge oder Marktunsicherheiten, deuten auf bevorstehende Nachfrageschwächen hin. Wer hier nur auf das Bauchgefühl setzt, übersieht entscheidende Signale. Frühwarnsysteme helfen, kritische Abweichungen bei Umsatz, Deckungsbeiträgen oder Liquidität zu identifizieren – etwa mit einem simplen Liquiditätsplan oder Soll-Ist-Vergleichen.

 

Systemisches Controlling etablieren

Viele Unternehmen analysieren ihre BWA nicht aktiv. Zahlen werden abgeheftet statt genutzt. Doch nur wer fundierte betriebswirtschaftliche Übersichten hat, kann die Entwicklung des Unternehmens realistisch bewerten. Controlling bedeutet nicht nur Zahlen sehen, sondern sie systematisch auswerten und verstehen. Ein professionelles Projekt-, Finanz- und CRM-System ist für Agenturen wie Produktionsbetriebe unverzichtbar. Unternehmen, die keine Kontrolle über ihre offenen Posten oder Projektmargen haben, laufen blind in die Krise.

 

Umsatzquellen stabilisieren

Ein zentrales Problem ist die fehlende Kontinuität im Vertrieb. Wenn Neukundenakquise nur punktuell stattfindet und Bestandskundenpflege vernachlässigt wird, entstehen Auftragslücken. Der Umsatz sinkt nicht zwangsläufig, weil es keine Nachfrage gibt, sondern weil Prozesse und Systeme fehlen, um diese kontinuierlich zu bedienen. Maßnahmen wie regelmäßige Vertriebsaktivitäten, die Reaktivierung verlorener Kunden oder Upselling-Angebote an Bestandskunden helfen, kurzfristig Volumen zu sichern. Wer gleichzeitig auf Digitalisierung und zielgerichtete Werbung setzt, kann schnell Marktanteile zurückgewinnen.

 

Kundenrisiken aktiv managen

Die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden stellt ein unterschätztes Risiko dar. Sobald ein solcher Kunde abspringt, Preiszugeständnisse verlangt oder in Schieflage gerät, entsteht oft ein kritisches Umsatzloch. Besonders KMU mit schmaler Kundenbasis fehlt dann die Diversifizierung, um Verluste abzufedern. Ein professionelles Risikomanagement beginnt bei der Analyse: Welcher Kunde trägt welchen Umsatzanteil? Bereits ab einem Schwellenwert von 20 % Umsatzanteil pro Kunde sollten Gegenmaßnahmen wie Marktdiversifikation oder gezielte Zielgruppenerschließung eingeleitet werden.

 

Rechtliche Instrumente nutzen

Bei vorübergehendem Beschäftigungsmangel bieten sich arbeitsrechtliche Optionen an. Die wichtigste ist die Kurzarbeit, bei der die regelmäßige Arbeitszeit reduziert und ein Teil des Lohns durch Kurzarbeitergeld ausgeglichen wird. Auch der Abbau von Überstunden oder das Anordnen von Betriebsferien können helfen, kurzfristige Krisen abzufedern. Wichtig dabei: Die Umsetzung muss arbeitsrechtlich korrekt erfolgen, z. B. durch Betriebsvereinbarungen, tarifliche Regelungen oder arbeitsvertragliche Klauseln. Besonders in der Ausbildung gelten Einschränkungen – eine vollständige Kurzarbeit ist für Auszubildende rechtlich kaum möglich.

 

Weitere praxisrelevante Aspekte für KMU

  • Frühwarnsysteme nach StaRUG: Gesetzlich vorgeschrieben, helfen sie, Haftungsrisiken zu minimieren und außergerichtliche Sanierungen zu ermöglichen.
  • Finanzierung anpassen: Fristenkongruenz sicherstellen und Betriebsmittel nicht langfristig binden.
  • Debitorenmanagement verbessern: Konsequentes Mahnwesen und strukturierte Abrechnung verhindern unnötige Liquiditätslöcher.
  • Digitalisierung nutzen: Automatisierte Prozesse im Controlling, CRM und Projektmanagement sorgen für Transparenz und Handlungsspielraum.

 

Fazit

Auftragsrückgänge lassen sich nicht immer verhindern – wohl aber bewältigen. Wer rechtzeitig reagiert, Frühindikatoren erkennt, operative Schwächen beseitigt und mit den richtigen Werkzeugen die Steuerung verbessert, kann sein Unternehmen nicht nur stabilisieren, sondern gestärkt aus der Krise führen. Entscheidend ist, aus der passiven Reaktion eine aktive Gestaltungsstrategie zu machen.

Die IMB GmbH unterstützt Sie hierbei mit über 25 Jahren Erfahrung und bietet mit dem „Digital CFO Service“ maßgeschneiderte Lösungen für Ihre Liquiditätsplanung und Liquiditätsprognose.

Bei weiteren Fragen zu Auftragsrückgang stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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