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So meistern KMU das Finanzmanagement

1. Juli 2024

Für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) kann das Finanzmanagement eine echte Herausforderung sein. Vielleicht kennen Sie ja folgende Situationen: Die Unternehmenssteuerung basiert auf dem Kontostand, Investitionen werden ausschließlich aus dem Cash-Flow bezahlt, wichtige Kennzahlen sind nur rudimentär vorhanden, die monatlichen Auswertungen liegen erst verspätet vor und die Planung von Projekten stützt sich eher auf Erfahrungen als auf solide Analysen.

All diese Punkte erschweren die finanzielle Steuerung von KMU massiv. Nicht selten führt dies zu enormem Stress und Überforderung, die durch lange Arbeitstage und schlaflose Nächte gekennzeichnet sind. Vielleicht mussten Sie sogar schon die finanziellen Sicherheiten Ihrer Eltern in Anspruch nehmen, um die Liquidität Ihres Unternehmens zu gewährleisten, wodurch auch Ihre Familie unmittelbar betroffen ist. Deshalb ist die effektive Verwaltung der finanziellen Ressourcen für den langfristigen Erfolg und die Existenzsicherung Ihres Unternehmens unerlässlich.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Finanzmanagement bedeutet, warum es für KMU so wichtig ist und welche Ziele Sie damit erreichen können. Außerdem werden die zwei Arten des Finanzmanagements erläutert und wichtige Begriffe daraus beleuchtet.

 

Das Wichtigste auf einen Blick

 

 

Was ist Finanzmanagement?

 

Beim Finanzmanagement geht es darum, die finanziellen Ressourcen und Zahlungsströme Ihres Unternehmens gezielt zu planen, zu verwalten und zu kontrollieren. Besonders wichtig sind dabei Entscheidungen über den Einsatz von Eigen- und Fremdkapital, das Managen von kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten sowie die effiziente Steuerung Ihrer Einnahmen und Ausgaben. So stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen liquide und finanziell stabil bleibt. Das Finanzmanagement zielt außerdem darauf ab, die Finanzmittel Ihres Unternehmens zu vergrößern, die Rentabilität Ihres KMU zu steigern und den Unternehmenswert zu maximieren. Gleichzeitig sollen die Risiken von Finanz- und Investitionsentscheidungen minimiert werden.

 

Warum ist Finanzmanagement für KMU von so hoher Bedeutung?

 

Ein gutes Finanzmanagement ist für KMU aus mehreren Gründen wichtig:

  1. Sicherstellung der Liquidität: Durch die Gewährleistung einer gesicherten Liquidität können Sie Zahlungsunfähigkeit und finanzielle Engpässe vermeiden. Besonders wichtig ist dies auch zur Verhinderung der persönlichen Inanspruchnahme durch Banken aus übernommenen Haftungsvereinbarungen, die bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) regelmäßig vorhanden sind.
  2. Optimale Nutzung begrenzter Ressourcen: Da Sie im Vergleich zu großen Firmen begrenzte finanzielle Mittel haben, hilft Ihnen ein effektives Finanzmanagement dabei, diese optimal einzusetzen und so das Überleben bzw. Wachstum Ihres Unternehmens sicherzustellen.
  3. Kapitalbeschaffung: Wenn Sie mit Ihrem KMU wachsen möchten, benötigen Sie oft zusätzliches Kapital. Ein gutes Finanzmanagement macht Ihnen die Bedarfsermittlung, Kapitalbeschaffung und die Aufteilung der Gelder leichter.
  4. Effizienzsteigerung: Indem Sie Ihre Kapitalverwendung regelmäßig und bewusst überwachen, können Sie die Ergebnisse im Unternehmen steigern und Ihre Gewinnmargen erhöhen.
  5. Wettbewerbsfähigkeit: Ein systematisches Finanzmanagement unterstützt Sie dabei, Wettbewerbsvorteile zu erlangen, indem es Ihnen ermöglicht, fundierte Finanz- und Investitionsentscheidungen basierend auf Daten und Fakten zu treffen.

 

Ziele und Nutzen eines soliden Finanzmanagements

 

Das wichtigste Ziel des Finanzmanagements in KMU ist es, die Liquidität des Betriebes zu sichern. Es geht darum, dass Sie finanzielle Engpässe vermeiden und rechtzeitig erkennen, wann Sie welche Gelder benötigen. So können Sie frühzeitig auf Kapitalgeber zugehen und ihnen genug Zeit geben, um aktiv zu werden. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit und in vollem Umfang nachkommen können. Denn ohne ausreichende kurzfristige Mittel für die Bezahlung von Lieferantenrechnungen, Gehältern oder anderen Ausgaben droht Ihnen im schlimmsten Fall die Insolvenz. Eine vorausschauende Liquiditätssteuerung ist für KMU daher besonders wichtig.

Ein effektives Finanzmanagement steigert die Rentabilität von KMUs durch sorgfältige Kostenkontrolle, optimiertes Cashflow-Management, präzise Budgetierung und Prognosen, strategische Preisgestaltung, effizientes Debitorenmanagement und kontinuierliches Performance Monitoring, um finanzielle Stabilität und nachhaltige Gewinnmargen zu gewährleisten.

Zu guter Letzt zielt ein gutes Finanzmanagement darauf ab, Ihr Investitionsrisiko zu minimieren. Das gelingt durch präzise Analyse und Auswahl von Investitionen, fortlaufendes Risikomanagement, gezielte Streuung von Anschaffungen in verschiedenen Bereichen, strategische Planung von Zeitpunkten für die Durchführung von Investitionen und genaue Überwachung der Marktbedingungen. Diese Methoden ermöglichen es Ihnen, finanzielle Risiken zu erkennen, zu bewerten und zu steuern, wodurch das Potenzial für unerwünschte finanzielle Überraschungen verringert und die Gesamteffizienz von Investitionen erhöht wird.

Anhand der Beispiele wird deutlich, dass ein ausgewogenes Finanzmanagement verschiedene Ziele berücksichtigt, um die finanzielle Stabilität und den Erfolg Ihres Unternehmens zu fördern. Eine besondere Herausforderung entsteht dann für Sie, wenn die Ziele gegenläufig sind, so z. B. die Sicherstellung der Unternehmensliquidität gegenüber der bestmöglichen Rendite. Hier hilft ein gut eingerichtetes Finanzmanagement, die notwendigen Entscheidungen fundiert zu treffen.

 

Arten des Finanzmanagements: strategisch vs. operativ

 

Beim Finanzmanagement unterscheidet man in der Regel zwischen zwei Arten: dem strategischen und dem operativen.

Das strategische Finanzmanagement befasst sich mit den langfristigen Zielen, Strategien und Chancen sowie Risiken Ihres Unternehmens. Der Fokus liegt auf der optimalen Verteilung von Finanzmitteln, um die Rentabilität und das Unternehmenswachstum zu steigern, ohne das operative Geschäft zu gefährden. In der Realität von KMU geht es in diesem Bereich darum, die Passivseite optimal zu strukturieren, sprich das Verhältnis zwischen kurz- und langfristigen Mitteln, Eigenkapital und Darlehen sowie z. B. die goldene Bilanzregel in den Finanzierungsstrukturen zu berücksichtigen.

Im Gegensatz dazu konzentriert sich das operative Finanzmanagement auf unmittelbare Unternehmensziele, wie die Sicherung der Liquidität und die kurzfristige Finanzplanung. Durch Cashflow-Management, Budgetplanung und ähnliche Maßnahmen wird ein reibungsloser Ablauf des finanziellen Tagesgeschäfts gewährleistet.

Ein gutes Finanzmanagement findet die Balance zwischen beiden Arten, damit Sie sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Ziele Ihres KMU erreichen. Zum Beispiel können Investitionen zwar kurzfristig die Liquidität mindern und Risiken bergen, Ihr Unternehmen jedoch durch eine Abgrenzung vom Wettbewerb auf die Erfolgsspur bringen.

 

Grundlegende Begriffe und ihre Bedeutung für den Geschäftserfolg von KMU

 

Wenn Sie über Finanzmanagement sprechen, ist es wichtig, grundlegende Begriffe zu kennen um sich schnell orientieren zu können. Dazu gehören unter anderem die Begriffe der Kostenkontrolle, Budgetierung, Finanzanalyse, Kapitalbeschaffung und das Liquiditätsmanagement.

 

Kostenkontrolle

Bei der Kostenkontrolle geht es darum, die Ausgaben Ihres Unternehmens zu überwachen und zu steuern. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass Ihre Kosten im Rahmen Ihres geplanten Budgets bleiben und Sie Unwirtschaftlichkeiten frühzeitig erkennen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Analyse von Kostenabweichungen mit dem Soll-Ist-Vergleich, die Identifikation von Einsparmöglichkeiten bei Budgetüberschreitungen sowie die Definition und Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen. Vor allem beim Soll-Ist-Vergleich stellen wir oft fest, dass dieser von KMU nicht regelmäßig durchgeführt wird. Das erschwert es Ihnen, rechtzeitig auf Abweichungen zu reagieren.

 

Budgetierung

Als Budgetierung bezeichnet man einen detaillierten Finanzplanungsprozess, der am Ende zu einem realitätsnahen Budget führt. Dabei prognostizieren Sie die erwarteten Einnahmen und Ausgaben Ihres Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum. So können Sie sich finanzielle Ziele setzen, die Höhe der benötigten Geldmittel ableiten und Ihre finanzielle Unternehmensperformance kontrollieren.

 

Finanzanalyse

Die Finanzanalyse ist ein zentrales Instrument des Finanzmanagements. Sie hilft Ihnen dabei, die wirtschaftliche Lage Ihres Unternehmens zu bewerten und zu verstehen, insbesondere mit Blick auf die Liquidität sowie den künftigen Erfolg. Die Finanzanalyse basiert dabei auf verschiedenen Finanzdokumenten wie der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, dem Geschäftsbericht und daraus hergeleiteten Finanzkennzahlen.

 

Kapitalbeschaffung

Als Kapitalbeschaffung bezeichnet man den Prozess, bei dem Ihr KMU finanzielle Mittel erhält, um seine operativen Aktivitäten zu sichern und die geplanten Investitionen zu finanzieren. Das kann zum Beispiel durch zusätzliches Eigenkapital oder Fremdkapital (z. B. Kreditlinien und Darlehen) geschehen. Das Ziel der Kapitalbeschaffung ist es, dass Sie genug Kapital bekommen, um nicht nur Ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen, sondern wachsen und expandieren zu können.

 

Liquiditätsmanagement

Das Liquiditätsmanagement bezieht sich auf die Planung, Steuerung und Überwachung sämtlicher Geldströme und flüssigen Mittel Ihres Unternehmens. So stellen Sie sicher, dass Sie jederzeit in der Lage sind, Ihre kurzfristigen Verpflichtungen zu erfüllen. Durch ein gutes Management Ihrer Gelder vermeiden Sie finanzielle Engpässe und Zahlungsschwierigkeiten. Wenn Sie es richtig, sprich vorausschauend, durchführen, können Sie damit die Existenz Ihres Unternehmens sicherstellen.

Wenn Sie mehr über das Liquiditätsmanagement erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Ratgeberartikel zu den „Grundlagen des Liquiditätsmanagements“. 

 

Fazit

 

Für KMU-Unternehmer wie Sie ist es entscheidend, ein gutes Verständnis von Finanzmanagementprinzipien zu haben und diese effektiv umzusetzen, um das Überleben, die finanzielle Gesundheit, das Wachstum und den langfristigen Erfolg ihres Unternehmens nachhaltig zu sichern.

Diese 5 Maßnahmen sind dabei unerlässlich:

  1. Optimieren Sie Ihr Liquiditätsmanagement: Implementieren Sie effektive Strategien zur Verwaltung Ihrer Liquidität.
  2. Erstellen Sie einen detaillierten Finanzplan: Entwickeln Sie ein umfassendes Budget für das aktuelle und das kommende Geschäftsjahr. Erstellen Sie eine fundierte integrierte Finanzplanung.
  3. Investieren Sie in Qualifikation und Beratung: Arbeiten Sie mit unserem Beratungsunternehmen zusammen, um nicht nur inhaltliche Unterstützung, sondern auch individuelles Coaching zu erhalten.
  4. Nehmen Sie Ihre Kosten unter die Lupe: Überprüfen Sie Ihre aktuellen Kosten und identifizieren Sie Einsparmöglichkeiten.
  5. Optimieren Sie Ihre Kapitalstruktur: Prüfen Sie Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung und passen Sie Ihre Kapitalstruktur entsprechend an.

Nutzen Sie jede Gelegenheit, die finanzielle Führung in Ihrem KMU zu stärken, um nicht nur zu überleben, sondern erfolgreich zu wachsen.

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