Eigenkapitalquote

Eigenkapitalquote – Kennzahl mit Signalwirkung.

Bei der Eigenkapitalquote handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl mit deutlicher Signalwirkung. Sie gibt das Verhältnis von Eigenkapital zum Gesamtkapital eines Unternehmens wieder.

Seit jeher spielt das Eigenkapital für ein Unternehmen eine entscheidende Rolle, schließlich bildet es das Fundament wirtschaftlichen Erfolgs. Insbesondere die Kennzahl der Eigenkapitalquote ist von großer Bedeutung. Je höher die eigenen Mittel im Vergleich zu den fremden Mitteln sind, umso freier und unabhängiger kann ein Unternehmen agieren.

Zusammenfassend lassen sich nachfolgende Vorteile einer hohen Eigenkapitalquote festhalten:

  • Eine Kreditaufnahme kann oftmals zu günstigeren Bedingungen erfolgen.
  • Es besteht aufgrund der Absicherung gegenüber unerwarteten Verlusten ein geringeres Insolvenzrisiko.
  • Das jeweilige Unternehmen weist eine geringere Abhängigkeit von Fremdkapital auf.

Hat ein Unternehmen im Umkehrschluss eine eher unterdurchschnittliche Eigenkapitalquote, kann dieses Einschränkungen für den Erhalt von Krediten bei den Banken bedeuten, da die Bonität weniger attraktiv und das potentielle Insolvenzrisiko erhöht ist.

Im Jahr 2016 belief sich die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand auf ein Niveau von rund 30,0%. Bis zum Jahr 2019 stieg diese im Durschnitt auf 31,8% an. (Quelle: Statista)

Im Rahmen einer Konjunkturumfrage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, durchgeführt vom ifo-Institut, sind Unternehmen verschiedenster Geschäftszweige zum Ausmaß ihrer Betroffenheit befragt worden. (Stand: Februar 2021) In diesem Kontext benannten etwa 61% der befragten Unternehmen, dass sich ihre jeweilige Eigenkapitalquote nicht wesentlich verändert hat. Etwa 9% der Befragten gaben an, dass sich ihre Eigenkapitalquote im Zuge der Pandemie verbessert hat. Rund 30% der Unternehmen berichteten dagegen von einem deutlichen Rückgang der Eigenkapitalquote. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist es wenig überraschend, dass insbesondere jene Unternehmen, deren Geschäft besonders hart von der Pandemie betroffen war, wie beispielsweise Reiseveranstalter und das Gastgewerbe, eine Senkung der Eigenkapitalquote hinnehmen mussten. (Quelle: www.ifo.de)

Neben den Hilfen, welche den Unternehmen durch die verschiedenen Hilfsprogramme des Bundes zur Verfügung gestellt wurden, gibt es einige Dinge, welche Sie als Unternehmer tun können, um Ihre Eigenkapitalquote nachhaltig zu verbessern!

Hierzu gehören beispielsweise:

  • die Aufnahme von Mezzanine-Kapital zur Kompensation des gesunkenen Eigenkapitals bzw. der Eigenkapitalquote;
  • die Umwandlung von als Fremdkapital ausgewiesenen Gesellschafterdarlehen in Eigenmittel durch die Erklärung eines qualifizierten Rangrücktritts.

Auch eine geschickte Bilanzierungspolitik kann bessere Bilanzrelationen generieren: werden beispielsweise die Forderungen mittels Einführung eines Factorings reduziert und die Verbindlichkeiten durch die freie Liquidität aus dem Factoring ebenfalls nachhaltig vermindert, führt dieses zu einer Reduzierung der Bilanzsumme, woraus sich wiederum eine erhöhte Eigenkapitalquote ergibt.

Benötigen Sie eine Einschätzung im Hinblick auf Ihre Möglichkeiten zur Bilanzierungspolitik, so wenden Sie sich einfach an uns. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.